Teil eines Werkes 
3. Band (1841)
Entstehung
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wahre Schändlichkeiten, ſo konnte es nicht anders kommen, als daß ſie das Volk, auf welches ſie den entſchiedenſten Einfluß hatten, in Grund und Boden verdarben. Ihr Anſehen, welches ſie auf die Behauptung der Recht⸗ gläubigkeit und den Schein der Frömmigkeit gründeten, war ſehr groß, ihr Einfluß aber wurde ſo bedeutend da⸗ durch, daß ſie Alles in ihre Geſellſchaft aufnahmen, was ſie brauchen konnten, Geſetzlehrer, Staatsmänner, Ge⸗ ſchäftsleute und Landbauern, und ſelbſt Weibern Zutritt zu ihren Verbindungen geſtatteten. Als die Römer das jüdiſche Land beſetzten, ging der Ueberreſt von Macht, der den Juden gelaſſen wurde, völlig in die Hände der Phariſäer über, und obgleich ihre Macht mit ihrem Staate zu Grunde ging, ſo hat ſich doch ihr Einfluß erhalten, und ihr Lehrbegriff iſt die Grundlage des heutigen herrſchenden Judenthums. b) Die Sadducäer.

Ihr Stifter war ein Rabbine, Namens Saddok, der ungefähr 200 Jahre vor Chriſtus gelebt hat. Dieſer hatte den Grundſatz aufgeſtellt,daß man die Tugend um ihrer ſelbſt willen und ohne Rückſicht auf Belohnung ausüben müſſe, und folgerte daraus, daß man weder hier noch dort weder Belohnung noch Strafe von Gott zu erwarten habe. Seine Anhänger nun, gleichfalls weiter folgernd, läugneten die Auferſtehung der Todten, welche die Juden, freilich nach der grobſinnigſten Vorſtellung, glaubten, auch verwarfen ſie die Lehre von Engeln und Teufeln, als dem Moſaismus fremd, und die Tradition und alle allegoriſche und myſtiſche Deutung des Moſaiſchen Geſetzes. In ihren Sitten waren ſie ſehr ſtreng; wir finden daher nicht, daß Chriſtus, der ihnen wohl den Vorwurf machte, daß ſie die Schrift nicht verſtänden, ſie einmal ihres Lebens wegen getadelt hätte, da er doch den Phariſäern in dieſer Be⸗ ziehung bei allen Gelegenheiten die gewichtigſten Vorwürfe

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