Teil eines Werkes 
3. Band (1841)
Entstehung
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entziehen drohte. Zufällig kam um dieſe Zeit ein geſchick⸗ ter Operateur in die Gegend, hörte die ſeltſame Geſchichte und entſchloß ſich, dem Unglücklichen zu helfen. Demſelben kaum vorgeſtellt, klagte ihm der Irre ſein Schickſal und ſand zu ſeiner Freude, daß der fremde Arzt ſeine Meinung beſtätigte. Nach einer längeren Unterhaltung über dieſe Sache bedauerte ihn der Doktor ſehr, daß er das Unglück habe, ein Neſt mit Vögeln im Gehirne zu tragen, da dieſes fatale Neſt nur durch eine ſchmerzliche und gefährliche Operation aus dem Kopſe zu nehmen ſey. Der Kranke überglücklich, die Hoffnung einer Befreiung von ſeiner Plage vor Augen zu ſehen, entſchloß ſich ſogleich zu der vorge⸗ ſchlagenen Cur, und der Arzt. trepanirte den geduldig Lei⸗ denden auf das Glücklichſte. Kaum war die Operation vollendet, als man dem Patienten ein, zu dieſem Zwecke bereit gehaltenes Neſt mit jungen Vögeln mit der Aeuße⸗ rung zeigte: Dies ſey das Neſt, welches man ſo eben aus ſeinem Kopfe genommen und das ihn ſo lange gequält habe; von dem Augenblicke an war unſer Freund von ſeiner firen Idee befreit. So hatte der Glaube den Geſunden krank, den Kranken geſund gemacht. Zehn Jahre verfloſſen dem gänzlich Geheilten glücktich im Schooße ſeiner Familie, da begegnete er eines Tages einem alten Bekannten, der ihn in jener Leidensperiode geſehen hatte, und ſeither durch Verhältniſſe von ihm ent⸗ fernt gehalten worden war. Mit inniger Freude wünſchte derſelbe unſerem Helden Glück, daß er durch jene heilſame Täuſchung vom Wahnſinn gerettet worden ſey.Wiez rief der Erſtaunte,man hätte mich damals getäuſcht? Das Neſt wäre nicht aus meinem Kopfe gekommen? Lachend erzählte der Andere darauf den wahren Her⸗ gang der Geſchichte, und von der Stunde an fiel der ſo