F—
290
trat in das alte, längſt trockene Auge:„Ga⸗ briele, mein Kind, mein einziges Kind, ſprich es iſt nicht wahr. Ach nein, es iſt nicht mög⸗ lich. Nicht wahr, nein, Du biſt keine Pietiſtin? — mein Kind iſt nicht ein Spielzeug ihrer un⸗ lauteren Hände.— O ſprich, ſprich nein!“
„Ich bin eingetreten, nach der Ueberzeugung meines Herzens, in Gottes heilige Gemeinde!“
„Fluch denn!“ ſchrie der Graf wüthend, „Fluch über die Verführer und Fluch über mich und meine Unvorſichtigkeit!“
Und mit dieſen Worten ſtürmte der alte Mann, Gicht und Leiden vergeſſend, mit beiden Händen das Geſicht bedeckend aus dem Zimmer.—
Von nun an war der Hausfriede geſtört, Zufriedenheit und Ruhe aus den Mauern Sturm⸗ au's gewichen. Unbehaglich fühlte ſich der Vater, gedrückt die Tochter. Dem Alten behagte weder Zeitung noch Spielchen mehr, er ward ärger⸗ licher und launiger als je, und konnte ſich nun vollends mit Niemand mehr vertragen. Selbſt


