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fahr kommen ſolltet, vor mir zu ſterben. Verſagt dieſer kleinen und letzten Bitte einer Unglücklichen die Gewährung nicht, die Euch dafür die wenigen Tage, die ſie noch athmet, ſegnen wird. Lebt wohl,
Gondrevile, lebt wohl! und ſeid glücklich!“.
Dies geſchah im Jahre 1715. Sieben Jahre ſpäter, alſo 1722, reiſte Gondreville mit ſeiner jungen Frau nach Italien, und entſchloß ſich, einen längeren Aufenthalt in Rom zu nehmen.
Als Beide in die ewige Stadt einzogen, waren ſie genöthigt anzuhalten und aus ihrem Wagen zu ſteigen, da ein ungemein prachtvoller Leichenzug die Straße heraufkam, durch welche ſie eben fuhren.
Gondreville frug, wie natürlich: wer denn
dies ſei, der mit ſolcher Pracht zur Erde beſtattet werde;— aber er ſchauderte kalt zurück, als der Ge⸗ fragte antwortete:
„Es iſt die Fürſtin Orſini, die vor drei Tagen ſtarb.“
Hingeriſſen von einem religiöſen Gefühl, welches die Jahre, vielleicht auch die Begebenheiten, an welchen er in früheren Zeiten Theil genommen, in ihm entfaltet, kniete er nieder. Hatte ihm doch auch ſeine junge Frau das Beiſpiel dazu gegeben. Helle Thränen blitzten in ihren ſchönen Augen, denn ſie
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