Teil eines Werkes 
2. Band (1845)
Einzelbild herunterladen

202

guten Gewiſſens verloren, die Qualen meines In⸗ neren durch das Fieber des Ehrgeizes zu erſticken. Ohne Scepter und Krone regierte ich Spanien. Aber alle Größe, die mich umgab, vermochte in meinem Gedächtniſſe den Eindruck einer herzzerreißenden Er⸗ innerung nicht zu verwiſchen, einer Erinnerung die mich gräßlicher peinigte, als Ihr es Euch denken könnt; denn.... ich muß es Euch ja geſtehen, Gondreville, auch ich, auch ich ward ja Mutter im gleichen Augenblicke mit der Euren, und..... habe wie diejenige, die Ihr beweint..... mein Kind verloren!..., Sie ſie iſt todt.. und der Tod iſt das Vergeſſen. Aber ich, ich allein habe ſie überlebt, die ich liebte, und es blieb mir nichts auf der weiten, weiten Welt, an das ich mich hätte lie⸗ bend ſchließen können. Oh!.... das iſt fürchterlich!.. und gewiß, Ihr beklagt mich.

Ich, Euch beklagen? Madame? Niemals!... Gedenkt des Wirthshauſes in den Apenninen! Ge⸗ denkt meines ermordeten Vaters! Barmherzigkeit! Gnade! ſchrie die Fürſtin. Sprecht mir nicht davon!.... Wollt Ihr mich zu Euren Füßen ſehn?.... Hier liege ich!... Oh! Gondreville, bedenkt, daß ein Weib, welches, nach⸗ dem Ihr es ſo grauſam behandelt, ſich dennoch fle⸗