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ledigen könntet? Ihr habt Euch gewaltig getäuſcht, Madame. Die Todesangſt der beiden Herzen, die Ihr einſtens ſpielend gebrochen, ſchreit nach gleicher Todesangſt in Eurer Bruſt; die blutigen Thränen der Verzweiflung, die meine Mutter geweint, ver⸗ langen nach blutigen Thränen!... Weint! weint! Madame, Ihr habt recht, denn meine Seele dürſtet nach Euren Thränen, nach Euren Seußzern, und mein Vater und meine Mutter ſchauen auf Euch durch meine Augen, und ſättigen ſich an Eurer Ver⸗ zweiflung, an Eurer Qual!“
Anna de la Tremouille war außer ſich; wie wahnſinnig faßte ſie des jungen Mannes Hände und rief:
„Gondreville! nehmt dieſe fürchterlichen Worte zurück, Ihr wißt nicht, was Ihr thut!.... Ja, ja es iſt wahr, ich bin ſtrafbar, ich habe mich ſchwer gegen die vergangen, von welchen Ihr ſpracht; wenn Ihr aber wüßtet, wie grauſam ich ſeitdem meinen Fehler gebüßt, dann, ich bin es gewiß, hättet Ihr Mitleiden mit mir.“
Gepeinigt von Gewiſſensbiſſen, warf ich mich, einzig um dieſe zu erſticken, in die ſturmbewegte Lauf⸗ bahn, die ſich mir am Hofe Spaniens eröffnete. Von nun an verdammt zu einer unſeligen Eriſtens, dachte ich, da ich den Frieden der Seele, die Ruhe eines


