Teil eines Werkes 
2. Band (1845)
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von einer der geheimnißvollſten und überraſchendſten

Kataſtrophen des achtzehnten Jahrhunderts gibt.

Das Zeugniß, welches er in ihr von dem Muthe und der Reſignation ablegt, welche die Fürſtin Or⸗ ſini bei dieſer Gelegenheit an den Tag legte, iſt da⸗ bei um ſo weniger verdächtig, als der Herzog von Saint⸗Simon bekanntlicherweiſe zu den entſchie⸗ denſten Feinden der Fürſtin gehörte.

Schnell, und auf eine wahrhaft unwürdige Weiſe von der Höhe des Glücks und der Allmacht geſtürzt, ſagt erblieb ſie ſich ſelbſt treu. Keine Thränen, keine Klagen, keine Vorwürfe ent⸗ ſchlüpften ihr; ja man muß ihr zu ihrem Ruhme nachſagen, daß ſie nicht die leiſeſte Schwäche zeigte. Die beiden Offiziere, welche ihr gegenüberſaßen, konnten nicht aufhören ſie zu bewundern. Endlich fand ſie das Ende ihrer körperlichen Leiden und ihrer

Ausſtellung zu Saint⸗Jean⸗de⸗Luz, woſelbſt ſie den 14. Januar 1715 ankam. Hier erhielt ſie ihre Freiheit. Die Garde, die Offiziere und der Wagen, welche ſie hieher gebracht, gingen ſofort zurück.

Anna de la Tremouille war von nun an ohne Macht, aber ſie war frei.

Dennoch erfuüllte ſie eine faſt inſtinktartige Ah⸗ nung mit Schreck und Verwirrung.