Teil eines Werkes 
2. Band (1845)
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chenen Scheibe des Wagenfenſters der eiſigen Kälte des Decembers ausgeſetzt, ohne auch nur eine kurze Ruhe genießen zu können, dieſe Reiſe fortſetzen; zwanzig Tage lang donnerten die Verwünſchungen an ihr Ohr, hallte das triumphirende Geheule jenes

ſpaniſchen Volkes um ſie her, welches ſie während

zwölf Jahren unumſchränkt beherrſcht, und das jetzt unter Flüchen und mit den Fingern auf ſie zeigend, rief:Seht, da reiſt die Camarera⸗Mayor vorüber! Glückliche Reiſe der Camarera⸗Mayor!

Aber trotzdem zeigte ſie während der ganzen Zeit, neben der krankhaften Bläſſe, die eine natürliche Folge der ungeheuren Anſtrengung und der Strenge der Jahreszeit war, jene großartige Ruhe und jenen edlen Stolz, welche in ähnlichen Verhältniſſen die ſchla⸗ gendſten Beweiſe eines feſten Charakters, einer großen Seele liefern.

Von Zeit zu Zeit nur fielen ihre Blicke auf die Reiter, welche ihren Wagen escortirten, und ruhten dann immer mit dem Ausdrucke des tiefſten Schmerzes auf der Geſtalt jenes ſo ſorgſam verhüllten Cavaliers.

Höchſt intereſſant iſt es, in den Denkwürdigkeiten des Herzogs von Saint⸗Simon die Erzählung zu leſen, welche dieſer, mit ſo viel Kraft als Naivetät