S
indeſſen vorſichtigerweiſe nur mit gedämpfter Stimme führten.
Als ſie Donna Ines anſichtig wurden, ver⸗ ſtummten ſie, und wandten ſich um.
„Was gibt es denn, meine Tochter?“— rief er⸗ ſtaunt und mit liebevollerem Tone wie gewöhnlich der Marquis von Santa⸗Cruz. Was kann Euch Thränen an einem ſolchen Tage auspreſſen, an dem ganz Spanien in Entzücken aufjubelt?“
Donna Ines erzählte hierauf ihrem Vater un⸗ ter Schluchzen, was ſich zwiſchen ihr und ihrem Bräutigam zugetragen.
Alle Anweſenden ſahen ſich erſtaunt an.
„Mein Kind!“— verſetzte Santa⸗Cruz,— „ich kann den Worten des Vicomtes nichts beifügen; lies aber noch einmal die an die Grandezza und den Hof ergangenen Einberufungsſchreiben mit Aufmerk⸗ ſamkeit durch, und vertraue alsdann auf die Gerech⸗ tigkeit Gottes und der jungen Königin.“
Dieſe Einberufungsſchreiben, welche namentlich an die erklärteſten Feinde der Fürſtin Orſini ge⸗ richtet ſchienen, waren ſämmtlich gleichförmig abge⸗ faßt, und enthielten alle den merkwürdigen und ge⸗ heimnißvollen Satz:
„Die Königin von Spanien wird zwei Tage vor


