rollte furchtbar, und der Regen fing an, in Strömen niederzufallen.
Da erſchallte abermals, jetzt jedoch in der Nähe, lauter Hörnerklang. Die Gräfin Barbaſtro und ihre Nichte aber hatten kaum Zeit, nach dem Inne⸗ ren des Schloſſes zurückzueilen; denn das Ungewitter und der Sturm waren mit einemmale und zwar auf eine fürchterliche Weiſe ausgebrochen; dem Kra⸗ chen des Donners und dem Heulen des Windes ge⸗ ſellte ſich noch das Dröhnen der tauſend Echo's der Gebirge von Guadarrama bei, ſo daß es ſchien, als wollten die empörten Elemente das alte, bis in ſeine Grundfeſten erſchütterte Schloß Penaflor mit wü⸗ thender Gewalt zertrümmern und in den Abgrund ſtürzen, an deſſen Rand es erbaut war.
Da läutete es plötzlich heftig an dem Thore des Schloſſes.
„Wer kann zu dieſer Stunde und bei einem ſolchen Wetter noch kommen?“— rief erſtaunt Donna Ines zwiſchen dem Beten.
Eine Magd, die ſich nicht gefürchtet nachzuſehen wer da ſei, kam jetzt zurück und verkündete, daß ſich zwei Cavaliere an dem Thore befänden, die, bis auf die Haut durchnäßt und halb todt vor Kälte, um Einlaß und gaſtfreundliche Aufnahme flehten.
— ů—


