Aulnoy ſo ſehr auffielen, als ſie fünf und dreißig Jahre früher die unglückliche Luiſe von Orleans nach Spanien führte, um dorten König Karl II. zu ehlichen.
Das Geſicht der Dame, von der wir ſo eben ſpra⸗ chen, war lang, knochig und mit einer dicken Lage Schminke belegt; dabei ſchloß es eine Art Haube von ſchwarzem Sammt, über welche noch ein Spitzenſchleier fiel, wie ein dunkler Rahmen ein, während eine un⸗ förmliche Brille auf ihrer Naſe thronte.
Schließlich preßten ihre Füße ein paar hohe San⸗ dalen, welche man damals mit der Benennung„Cha⸗ pinez“ getauft hatte. Dieſes längſt veraltete Coſtüm krönte eine Maſſe Ketten, Halsbänder und ſonſtige Schmuckſachen in Gold und Steinen.
Das andere weibliche Weſen war im Gegentheil noch ſehr jung, und eben ſo reizend von Geſicht als von Wuchs. Ihr Anzug ſtreifte dagegen in ſeiner Einfachheit, man könnte ſagen in ſeiner Strenge, an das Klöſterliche. Auch er war von ſchwarzer Seide und ſehr eng anliegend, zeigte aber nicht die leiſeſte Spur weder von Brocat und Perlen, noch von ſon⸗ ſtigem Geſchmeide; wodurch er aber nur den feinen
auf Polſter zu ſetzen, und die einſt der Gräfin von


