Teil eines Werkes 
2. Band (1845)
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Wuchs und die zarten Conturen des Mädchens um ſo mehr hob.

Und wie reizend blickte das dunkle träumeriſche Köpfchen unter den Falten der Mantille von ſchwar⸗ zen Spitzen hervor, mit welchen die Lüfte ihr Jeichtes Spiel trüben,— und wie ſüß und liebend ſpiegelten ſich die letzten Lichter des ſterbenden Tages in ihren großen melancholiſchen Augen.

Bei Gott! dieſe beiden Frauen in magiſcher Dämme⸗ rung auf der hohen Terraſſe, hinter einer halbzerfalle⸗ nen Brüſtung von jener feenartigen mauriſchen Bau⸗ art ſitzend, ſind ſie nicht eine treue Perſonification der doppelten Anſchauung, unter welcher ſich uns Spanien in ſeiner Vergangenheit zeigt?

Von der einen Seite Elend, Stolz, Flitterſtaat jeder Art und die, bis zum Unſinn getriebene, Ver⸗ ehrung alles Altherkömmlichen;— von der anderen Grazie, Liebe, Schönheit und Vertrauen in die Zu⸗ kunft;— von der einen Seite die nüchternſte Proſa und von der anderen glühende Poeſie. Oder auch, wenn man will, das alte Spanien: ſteif, todt und abgezirkelt, bereit dem erloſchenen Hauſe Oeſterreich in die Gruft nachzuſinken,— und das junge Spanien, das ſchön und lieblich aufſtrebt, wie die Jugend, aber immer von einem trüben Hauche angeweht,