den Thurm von Segovia fortwährend ſeyen konnte, der, wie eine unbewegliche Schildwache, düſter empor ragte.
Auf dieſer Terraſſe, die ſich faſt ſteil in einen tiefen Abgrund ſenkte, von welchem ſie nur eine Brü⸗ ſtung von mauriſcher Architektur trennte, die indeſſen an mehreren Stellen deutliche Spuren des allvernich⸗ tenden Zahnes der Zeit darbot,— auf dieſer Ter⸗ raſſe hatten ſich bereits zwei Frauen niedergelaſſen, die Kühle des Abends zu genießen.
Beide ſaßen, nach dem in Spanien üblichen Ge⸗ brauche, auf Polſtern; Beide hielten angefangene Stickereien in ihren Händen; Beide hatten ihre Blicke nach dem Thurme von Segovia gerichtet.
Die eine dieſer Frauen, ſchon dem Spätſommer des Lebens entgegenreifend, war eine große aber dürre Figur, in deren Antlitz die Jahre gar manche Run⸗ zeln geſtrichen.
Ihr Anzug beſtand aus einer Art Leibchen von ſchwarzem Seidenzeug mit hängenden Aerweln, auf welches eine Krauſe fiel und das bis zum PHalſe mit großen Perlen zugeknöpft war. Ihr Kleid, ebenfalls von ſchwarzer Seide und ſtückweiſe mit gelbem Bro⸗ eat geſchlitzt, füllte einer jener abſcheulichen Wulſte aus, welche die Frauen verhinderten, ſich anders als


