tiefe Wunde mitten in bie Bruſt erhalten, aus wel⸗ cher das Blut in rothen warmen Wellen hervorſchoß, die ſeine Kleider überflutheten.
Aber faſt im gleichen Augenblicke hatte ſich auch tie Thure des Saales geiffnet, und durch dieſebe ſchaute, halb unter den wallenden Falten einer ſchwarzen Mantille verborgen, das lieblichſte Mäd⸗ chen, welches man ſich nur denken kann,— ein bräunliches träumeriſches Geſichtchen, in welchem ſich das friſche Roth der aufblühenden Roſe mit dem reizenden Dunkel des ſüdlichen Teints zauberiſch miſchte, und in ſeinen Tinten an die Jungfrauen des Generalif und der Alhambra erinnerte.
Amenzaga erbebte, und vergaß auf einen Au⸗ genblick das ſchreckliche Schauſpiel, von welchem er eben Zeuge geweſen; für einen Augenblick riß ihn der Zauber, den das aufblühende Leben, die Jugend und die Schönheit über das Antlitz des achtzehnjäh⸗ rigen Kindes gegoſſen, mit ſich fort, und ließ ihn 3 vergeſſen, daß zu ſeinen Füßen bereits ein ſchwerer Todeskampf begonnen.
Aber er hatte auch noch nie ſo viel Grazie und Reize vereinigt geſehen. Nach einem Blick voll Schüchternheit und Angſt, 3
von zwei großen Augen, deren Feuer kaum die langen Orſini. 4


