Teil eines Werkes 
1. Band (1849)
Einzelbild herunterladen

1

25

war; verſichern kann ich Euch aber dagegen, hoher Herr, daß König Philipp V. an Tapferkeit und Frömmigkeit gegen keinem ſeiner Vorgänger zurückſteht.“

„Wer ſagt Euch, daß ich daran zweifle? Als der Herzog von Berwick kam, mich auf meiner Herrſchaft aufzuſuchen, und mich bat, mein Schwert zu Gunſten Philipp V. gegen den Erzherzog, ſeinen Mitbewerber, zu ziehen, hab' ich ihm da meine Hülfe verweigert? Nein, ich eilte herbei, und des Himmels Güte wollte, daß ich den Sieg von Alamanza theilte. Ihr ſelbſt wißt es, es fehlte nur wenig, und dieſer Tag,— der für immer auf Philipp von Bour bon's Haupte eine Krone befeſtigte, die bis dahin geſchwankt,— hätte mir das Leben gekoſtet. Ich war mit Wunden bedeckt und wurde voll Blut und Staub in mein Zelt gebracht. Lange ſchwebte ich zwiſchen Leben und Tod, bis es dem Allmächtigen gefiel, mich zu erſterem zurückzurufen. Kaum aber vermochte ich mein Schmerzenslager zu verlaſſen, ſo war meine erſte Sorge, mich zum Könige zu begeben, zu dem König, der mir vielleicht einige Dankbarkeit ſchuldig war. Die königliche Familie reſidirte damals wieder im Escurial. Dorthin laſſe ich mich denn auch führen, und, obgleich ſeit jener Zeit mehrere Jahre verſchwunden, die Erinnerungen, die ich be⸗