Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1849)
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einer damals ungewöhnlichen Blüthe; und Künſte und Viſſenſchaften fanden Schutz, Aufmunterung und Unter⸗ ſtützung an dem Throne der liebenswürdigſten Königin.

Aber Johanna gab der Welt auch ein Zeichen ihrer Beſcheidenheit. Weit entfernt, dem Ehrgeize zu fröhnen und alleinige Regentin ſein zu wollen, bat ſie vielmehr den heiligen Vater, ihren Gemahl ebenfalls auf den Thron zu erheben, und wirklich wurden Beide, den erſten Pfingſttag 1352, durch einen eigens dazu abgeſandten Legaten gekrönt. Das ganze Reich jubelte in einer Feſt⸗ lichkeit auf, die der neue König durch die Stiftung des Ordens vom goldnen Knoten verewigte.

Aber ſelbſt jene Freude ſtörte für Johanna die eiſerne Hand eines finſteren Schickſals, das, wie es ſchien, ſeit dem Tage ihrer Geburt an ihre Schritte gefeſſelt, ſie bis zum letzten Athemzuge verhängnißvoll begleiten ſollte.

Nach vollbrachter Krönung ritten König und Königin auf prächtig geſchmückten Zeltern in feierlichem Zuge durch die Stadt. Die Menge drängte ſich jubelnd um das ſchöne Paar und aus den Fenſtern und von den Bal⸗ konen wehten Fahnen und Tücher, Teppiche und Zweige. Als aber Beide eben durch die Porta⸗Petruccia ziehen wollten, regnete es aus den Händen der Schönen, die