Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1849)
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Ludwig, der finſtere König von Ungarn, iſt, auf den Ruf eines meiner Vaſallen, des übermüthigen Herzogs von Durazzo, gekommen, Eurer rechtmäßigen Monarchin die Krone, Euch die Freiheit zu entreißen. Was Uns erwartet, wenn Wir in ſeine Hände fallen, iſt Euch ge⸗ nügend bekannt; hat er doch geſchworen, Uns, der nie⸗ drigſten Miſſethäterin gleich, vor Euren Augen ſterben zu laſſen. Aber Wir fürchten ihn nicht. Johanna, die ſo Manches für Euch gethan, baut auf Eure Dankbarkeit gegen ſie und ihre glorwürdigen Ahnen, und iſt gewiß, Ihr werdet Eure unſchuldige Fürſtin vor der Rache des Fremdlings ſchützen und ſchirmen! Dieſe wenigen Worte ſchon überzeugten die Königin von ihrem Siege; denn kaum hatte ſie dieſelben geſpro⸗ chen, als es mit Donnerton durch die Säle ſchallte:Bis zum Tode! Wir ſchützen unſre Königin bis zum Tode! Johanna legte bewegt ihre rechte Hand, wie zum Zeichen ihrer Dankbarkeit, auf das Herz, dann winkte ſie abermals um Stille und fuhr alſo fort:

Nicht den blutigen Krieg, mit allen ſeinen ſchreck⸗ lichen Folgen, wollen Wir über dies geliebte Land zie⸗ hen; auch ſetzt Uns die Untreue vieler Unſerer Vaſallen außer Stand, ihn wirkſam zu führen. Sollten Wir nun,