Die Züge der Eingetretenen waren faſt durchgehends finſter und ernſt, ja die meiſten derſelben vermochten einen Ausdruck von Angſt nicht zu verbergen. Die Spannung der Anweſenden ſteigerte ſich daher von Minute zu Mi⸗ nute und that ſich in tauſend. Aeußerungen und Vermu⸗ thungen kund, welche man über den Entſchluß äußerte, den die Königin wohl in ihrer kritiſchen Lage gefaßt haben mochte. Endlich! öffneten ſich die Flügelthüren, die nach den königlichen Gemächern führten, und herein trat in ſeinem vollen Glanze der Hof.
Todesſtille herrſchte rings umher.— Da erſchien die Königin.— Gleich einem Weſen höherer Art, trat ſie, in weiße Trauergewänder gehüllt, mit aufgelöſtem flat⸗ ternden Haare, aus deſſen Nacht die Krone blitzte, lang⸗ ſam, ernſt und ſchweigend in den Saal. Nichts kam der Erhabenheit und Majeſtät gleich, mit welcher ſie hoch⸗ aufgerichtet einherſchritt. Jede ihrer Bewegungen gebot Ehrfurcht, während ihre bezaubernde Schönheit, ihre Ju⸗ gendblüthe, ihr feuriger, feuchter Blick, alle Tiefen der Herzen mit wunderbarer Allgewalt erregten. Ein Ent⸗ zücken, ein Ehrfurchtſchauer durchlief die mächtige Ver⸗ ſammlung. Jeder Einzelne fühlte ſich getroffen, vernichtet und doch auch wieder hingeriſſen und begeiſtert von dem


