des Hafens ſpiegelten ſich in bunten Farben in dem Meere und majeſtätiſch hoben ſich die unzähligen Thürme der Vierhundert Kirchen, Kapellen, Bethäuſer und Klöſter, während der Pauſilippo, gleich einem Rieſen, hoch bis in den Himmel ſtieg und die entzückende Ausſicht großartig ſchloß.
Aber an den Einwohnern Neapels und der Mann⸗ ſchaft der Galeeren ging heute der imponirende Eindruck dieſes Bildes ſpurlos vorüber; denn Jedermann dachte nur daran, ſo zeitig als möglich nach dem königlichen Palaſte zu eilen, um entweder der Reichsverſammlung beiwohnen zu können, oder doch vor dem Pallaſte den Ausgang derſelben zu erwarten. Die Pforten des Schloſ⸗ ſes, ſo wie der große Sitzungsſaal, waren heute dem Volke geöffnet, das denn auch, von Neugierde getrieben, in Maſſen herbeiſtrömte, und in weniger als einer halben Stunde waren auch nicht nur die für daſſelbe beſtimmten Räume gefüllt, ſondern alle Vorſäle und Gänge ſo ge⸗ drängt voll Menſchen, daß es von dieſer Seite aus un⸗ möglich war, vor⸗ oder rückwärts zu gelangen. Lange harrte die ungeduldige Menge umſonſt; endlich traten die Syndici der Stadt und die Großen des Reiches ein, und ſetzten ſich zu beiden Seiten des Thrones nieder.


