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und dies iſt ja eben die göttlichſte Eigenſchaft der Liebe — ſich über Alles was ihn umgab auszugießen. Wohin aber hätte ſie wärmer ausſtrömen können, als auf einen Leidenden?!
Aber mit der Liebe iſt es ein eigen und wunderlich Ding, und bei ihr vor Allem möchte man Hannchen beipflichten, wenn ſie behauptete: jeden Menſchen um⸗ ſchwebe unſichtbar ein, ihm von Gott beigegebener Schutz⸗ geiſt: der ihn nicht allein in Gefahren ſchütze, ſondern auch die zarten Fäden der Sehnſucht nach den fernen Theuren ſpinne und aus ihnen ein ätheriſches Band knüpfe, das dann ein zarter Leiter der gegenſeitigen Neigung, leiſer Ahnungen und Vorgefühle werde. Und iſt dies alles bei der Liebe nicht noch auffallender?— Wahrlich Hann⸗ chen's guter Engel mußte an Adolph auch Wohlgefallen haben; denn ehe es ſich das Mädchen verſah, hatte der Unſichtbare alle Seelenkräfte des guten Kindes erfaßt, ihr Herz völlig umſponnen und mit tauſend geheimen Fäden an dasjenige des hübſchen jungen Mannes geknüpft.
Sonderbar!— die ſich bisher ſo gerne begegnet— mieden ſich jetzt; die bisher unbefangen ſich angelächelt — waren jetzt befangen. Sollten ſie die Umtriebe ihrer Schutzgeiſter gemerkt haben? Und mun ſo verlegen ſein,


