Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1849)
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Aber auch die Tochter des Hauſes bemerkte den Eifer, die Ordnungsliebe und Pünktlichkeit des hübſchen Ober⸗ kellners, und manchmal wünſchte ſie heimlich, es wäre Adolph ihr Bruder; damit ſie ihm ſagen könne: wie ſeine gute Eigenſchaften ihr gefielen und wie freundlich geneigt ſie ihm ſei.

Dieſe Neigung des Mädchens zu Adolph wuchs aber noch ſehr bedeutend, als Hannchen erfuhr, daß Adolph den armen kranken Engländer, deſſen Zuſtand ſich in der letzten Zeit ſehr verſchlimmert, mit einer Auf⸗ merkſamkeit und Sorgfalt pflege, die einem Kinde am Schmerzenlager ſeiner Aeltern Ehre gemacht haben würden.

Eigennutz konnte hier nicht im Spiele ſein; denn ſo viel Jedermann wußte, war der Leidende ganz mittellos; auch durfte der Oberkellner nicht darauf gerechnet haben, das Herz Hannchen's durch dieſe Handlung der Pietät zu rühren, da er alle ſeine Bemühungen für den Kranken im Stillen vorgenommen, wie denn auch nur der Zufall dieſe ſchöne Handlung an Engelbert's Tochter verrieth.

Adolph war dieſe Menſchenfreundlichkeit in der That Bedürfniß. Er fühlte ſich ſchon glücklich, wenn er nur denken konnte: dem ſüßen, frommen Weſen ſeiner Vereh⸗ rung durch eine gute That würdiger geworden zu ſein.