Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1849)
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Weihrauchdüfte. Das Luftmeer ſchlug in weichen Wellen an die Ufer der Erde, über die friedliche Träume ſpielend zogen, und überall kündete ein heimliches Säuſeln und Flüſtern das ſehnſuchtsvolle Suchen und Werben der alles durchfluthenden Liebe, die ihren Kindern ein nahes unendliches Glück verhieß.

Solch' eine Nacht war es auch, als der gefangene König und ſein treues Weib, von Schergen rings umge⸗ hen, an den Eingang der Höhle Nanti traten.

Aber die Höhle nahm nur die königlichen Gatten auf. Kalt und hoffnungslos ſchritten ſie dem Felſengange ent⸗ lang kalt und hoffnungslos gingen ſie durch die Hallen des Kriſtallſaales und legten den Weg durch die finſteren Felſengemache zurück. Aber ſelbſtdas ausgebrannte Herz der Gefangenen ſchlug höher, als ſie in die magiſche Dämmerung des ſtillen Zaubergartens blickten.

In blauer Flamme, Aroma hauchend, brannte die heilige Naphta⸗Quelle. Ihr Ausfluß zog einen Feuergür⸗ tel um eine verhüllte Opferſchale.

In der Mitte der matterleuchteten Felſengrotte hob ſich die dunkle Geſtalt Bhawalpura's, wie ein Geiſt der Finſterniß; aber zu ihren beiden Seiten dehnten ſich,

halb verhüllt durch Blumen und Laubwerk, zwei 19