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lange Reihen weißgekleideter, engelſchöner Mädchen. Die rechte Hand einer Jeden hielt einen Palmenzweig, die linke eine goldene Schale flammenden Naphta's.
und alle ſangen in lieblichem Chor eine ſüße Melo⸗ die, und Alle prieſen Allah und den Propheten in herr⸗ lichen Liedern.
Als aber die Töne allmählig verklungen, ſprach Bhawalpnra:
„Im Namen des allbarmherzigen Gottes! Ihr Gläu⸗ bigen, beuget Euch, betet an und dienet Eurem Herrn, und handelt rechtſchaffen, damit Ihr glücklich werdet. Kämpfet für Gottes Sache, wie es ſich geziemt, denn es iſt die Eure. Vertrauet dem Wort ſeiner Propheten; denn es iſt ſein Wort.“
„Du aber, Schah Schudſcha, der Du biſt recht⸗ mäßiger Beſitzer des heiligen„Koh-i-noor,“ du Sonne Kabul's, der da kennt die Kraft des„Lichtberges,“ Du ſollteſt nicht verzagen, wenn Allah die Hand auf Deine Augen legt, und Dich wandeln läßt im Thale des Jammers. Sein Wort iſt unerſchütterlich, wie die Grundfeſte der Erde und was ſeine Geiſter verſprochen, das halten ſie.“
Und ernſt und feierlich die Purpurdecke von der Opferſchale nehmend, ſprach ſie weiter:


