Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1849)
Einzelbild herunterladen

288

ten Schönheit der Braut Gottes der Natur, in das ſtrahlende Antlitz! O! wie ſie euch entgegenlächelt, ſo ſüß und ſelig, in ihrem ewigen Frühling! Wie ſie die Arme ausbreitet und ruft: Kommt an mein Herz ihr Kinder!

Fühlt ihr den duftenden Hauch ihres Mundes euch umwehen in ſchmeichelnden Lüften? Höret ihr der Mut⸗ ter ſanfte Stimme im harmoniſchen Jubel unzähliger Leben? Durchrieſelt euch nicht Entzücken, da ſie den Schleier von ihrem Haupte nahm, und euch nun anblickt mit den liebefeuchten Augen, und alle ihre verſchwiegenen Reize vor euch enthüllt.

Ach! freilich iſt das Menſchenherz zu klein, für eine ſolche Luſt! Zu gewaltſam ſtürzen ſich die Wellen des ſiedenden Blutes in das Gebrechliche. Dem Auge blei⸗ ben nur Thränen der Seele nur der Wunſch: hier zu ſterben, um hier ewig zu leben!

Es war eine Nacht, wie jene, in welcher Azim Khan zum erſtenmale Sulaika ſah.

Der Sternenhimmel hing wie ein goldner Blüthen⸗ baum ſchwer und voll über die Welt, und ſein Hauch, der Athem eines höhern Lebens, erquickte mit leiſer Hoffnung die Seelen der Sterblichen. Blumen und Pflanzen öff⸗ neten ihre Kelche und opferten dem Allliebenden ſüße