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ten, das Ziel, die Bedeutung, der Zweck ihres Daſeins genommen. Nur nach Einem hatte ſie geſtrebt, nur für Eines gelebt— dies Eine war verſchwunden— und damit ihr Leben zwecklos geworden.
Beguma ſah kalt, gefühllos und ſtarr in die Zukunftz wäre ſie allein auf Erden geweſen, Nichts in der Welt würde ſie abgehalteu haben, durch einen freiwilligen Tod eine Exiſtenz zu enden, die für ſie keine mehr war. Aber Schah Schudſcha beſaß die Seelenſtärke ſeiner Gattin nicht; er bebte vor dem Gedanken des Selbſtmordes zu⸗ rück und flehte ſein Weib an, um ſeinetwillen ebenfalls davon abzuſtehen.
Nach langem vergeblichem Suchen der Tochter, ent⸗
ſchloß ſich Beguma, ihre alte Freundin Bhawalpura aufzuſuchen. Konnte doch vielleicht der Mund der Pro⸗ phetin Auskunft über das Schickſal„Koh-ienoor's“ und Sulaika's geben. Aber auch dieſes Unternehmen mißglückte. Kaum hatten Beide die Gränze Kaſchmir's überſchritten, als ſie gefangen genommen, und— zu ihrer größten Verwunderung— unter ſcharfer Bewachung nach eben der Gegend abgeführt wurden, die ſie ſich ſelbſt zum Ziele ihrer Reiſe geſetzt. Hier aber traf Schah S chudſcha und ſein Weib der härteſte Schlag: ſie erfuhren nicht nur,


