Der König, uneingedenk daß Futteh Khan es war,
der ihm zu der Krone Kabul's verholfen, ihn auf Afgha⸗ niſtan's Thron bisher erhalten, die oft erſchöpften Schatz⸗ kammern ihm gefüllt, ſeine Ehre gewahrt, ſeine Kriege geführt, die Laſt der Regierung getragen hatte—, der König, uneingedenk all deſſen, trieb, in verächtlichem Uebermuthe, mit dem Unglückſeligen noch ſeinen Hohn und Spott wegen Verbrechen, die er ihm ſchmähend vor⸗ warf; ja er forderte den Blinden lachend auf, ſeinen Einfluß bei einem eben ausgebrochenen Aufſtande geltend zu machen.
Futteh Khan ſetzte dieſem niederträchtigen Verfahren eine ſeltne, eine erſtaunungswürdige Seelengröße entge⸗ gen. Die Ruhe eines guten Gewiſſens verließ ihn nicht, und feſt und ernſt entgegnete er der frechen Anforderung des Tyrannen: daß er jetzt nur ein armer, blinder Mann ſei, der mit Staatsangelegenheiten nichts mehr zu ſchaffen habe. Aber dieſe Antwort ſetzte Mahmud ſo in Wuth, daß er auf der Stelle den Befehl gab: Futteh Khan vor ſeinen Augen in Stücke zu zerſchneiden.
Mit einem Triumphgeheule ſtürzten bei dieſen Wor⸗ ten die Großen des Reiches über ihren füheren Gebieter, warfen den blinden Vezier zu Boden, riſſen ihm ſämmt⸗


