eigenen Bruſt. Wer aber ſollte der Liebesbedürftigen Liebe geben, in ihrer Einſamkeit, in ihrer Kerkernacht?— Wie aus der finſteren Tiefe ſich der Epheu mit tauſend Armen emporrankt nach dem Lichte; wie er ſich anklammert an jeder Ritze des kalten Felſens und immer weiter und wei⸗ ter langt, bis ihn die freundliche Soune grüßt, und ſeine Zweige den trauten nährenden Stamm der Eiche feſt und unauflöslich umſpannen,— ſo ſehnte ſich ihre Seele, ſo verlangte ihr Herz nach einem Weſen, das ihre Gefühle mit ihr theile, ſie erwiedere.
Da zeigte ihr das wunderliche Schickſal Azim Kha n, — den ſchönen, ſtrahlenden Mannz den ſtolzen Herrſcher,
deſſen Herz ſo voll und doch auch ſo leer wie das ihre
war. Sie ſprachen ſich nicht— aber— es war Beiden als ob ihren glutherfüllten Herzen eine ſüße Wunde ge⸗ ſchlagen worden ſei, ſie fühlten wollüſtig das warme Blut dahinſtrömen. Die übermäßige Liebe, die ihren Buſen zu zerſprengen gedroht, hatte einen Gegenſtand gefunden, ſie athmeten hoch auf— ſie lebten— denn ſie liebten und wurden wiedergeliebt.
Aber noch ſtürmten in jener Nacht die Gefühle zu wild und chaotiſch in Sulaika's Bruſt. Azim mußte ihr werden, das fühlte ſie; aber Zeit zur Faſſt ſung bedurf⸗


