Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1849)
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mit demſelben Bande gebunden war, welches die Roſe befeſtigt hatte.

„Mit Sonnenuntergang!“ rief er entzückt, und ſein Herz jauchzte um ſo wilder auf, als das blendende Geſtirn des Tages ſich bereits dem Weſten zuneigte.

Sulaika hatte ſich längſt auf dieſen Moment vor⸗ bereitet. In ihrer Einſamkeit, weder durch Geſchäfte noch durch Vergnügungen zerſtreut, nur mit Bhawalpura ihrer Schweſter und Sklavin in Berührung, blieb der feurigen Seele des Mädchens einzig die Liebe, aus wel⸗ cher ſie denn auch Nahrung, Troſt und Erquickung zog. Anfangs hatte ſie in glücklicher Kindheit geſpielt; dann ſich hinausgeſehnt aus der engen, finſtern Wohnung der Prophetin, unter deren ſtrengen Zucht ſie lange geſeufzt, — hinaus in die weite ſchöne Welt, die ſie nicht kannte, von welcher ihr aber die Sklavin ſo manch' Reizendes erzählt. Ihre Sehnſucht war aber ſo lange ein unbeſtimm⸗ tes Gefühl geweſen, bis derſelbe Mund, der ſie nach den Schätzen des Lebens lüſtern gemacht, ihr den Drang des eigenen Herzens erklärt. Da ging plötzlich Sulaika ein neues Licht— ein neues Leben auf. Jetzt erſt verſtand ſie, Hafis, des herrlichen Dichters, Liebeslieder. Jetzt erſt bergriff ſie die Klage der Nachtigall, die Seufzer der