Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1849)
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an war ich mit dem Sohne des Edlen von Luſtenau erzogen worden, und unſere Freundſchaft knüpfte ſich mit den Jahren feſt und feſter. Ernſt von Luſtenau be⸗ wohnte ſein ſchönes Schloß gleichen Namens, welches, eine halbe Stunde von Tübingen gelegen, in einem der reichſten und freundlichſten Gauen ſich erhebt. Hier ſahen wir uns auch noch als Jünglinge oft und es gab keine Jagd, kein Gelage, keine Luſt, die wir nicht gemein⸗ ſam genoſſen, und ſicher würde Jeder von uns unglück⸗ lich geweſen ſein, wenn der Andere ſeine Freude nicht getheilt hätte. In jugendlichem Uebermuthe entwarfen wir die kühnſten Pläne zukünftiger Größe, und bauten na⸗ türlich auch dieſe auf unſern Bund, den uns zu erſchüt⸗ tern Nichts möglich dünkte. Unſere beiderſeitigen Väter waren damals mit in den Krieg gegen die Städte ver⸗ wickelt und ſo waren wir beide uns ſelbſt überlaſſen, um⸗ ſomehr da Ernſtens Mutter zu gut, meine aber ſchon längſt todt war. Um jene Zeit entwickelten ſich nun un⸗ ſere Charaktere mehr und mehr, und zwar zeigte ſich mein Freund von Tag zu Tag wilder und heſtiger, und obgleich ſich ſein Jähzorn nie gegen mich wandte, den er aufrichtig liebte, ſo gewahrte ich doch mit Schrecken, wie er mit ſeinen Untergebenen umging, und warnte ihn