mit Entzücken über die Umgegend und weilte mit Luſt auf dem Städtchen Urach, das ſich ſo freundlich zwiſchen ſchlanken Pappeln erhob.
Auch der junge Graf Montfort, ſo beſchäftigt ſeine Seele mit den Eindrücken des Tages war, konnte nicht umhin, mehreremale ſtill zu ſtehen und die Landſchaft zu betrachten, die ſo friedlich zu ſeinen Füßen lag. Doch trieb ihn Ungeduld und Neugierde alsbald weiter. Jetzt hatte er einen weiten Wieſengrund erreicht und vor ihm lagen, vom Mondesglanz umfloſſen, die weißen Gebäude der Carthauſe. Die dunklen Wipfel der Eichen, die aus dem Inneren des Hofraumes aufſtiegen, bewegten ſich leiſe im Abendwinde, und aus den matt erleuchteten Fenſtern der Kirche tönte der Chorgeſang der betenden Mönche. Bei dem Anblicke dieſer Wohnung des Friedens ward es auch in Adalberts Bruſt ruhiger, die Fluth der Gefühle ebbte nach und nach, und als er die Thüre des Kirchhofes erreicht hatte, begriff er kaum ſelbſt mehr was ihn hierher geführt, und nur ein ſanftes Bild ſchwebte vor ſeiner träumenden Seele. Die Thüre war nur leiſe angelehnt, Montfort trat daher ein und befand ſich auf dem kleinen Gottesacker des Kloſters, der von Blumen aller Gattungen prangte, zwiſchen welchen ſich hie und


