Während ſich nun auf ſolche Weiſe das Volk belu⸗ ſtigte, hatten die hohen Gäſte in den Sälen und Zim⸗ mern des Schloſſes an den Tafeln Platz genommen und füllten die erwartungsvolle Pauſe vor dem Auftragen der erſten Gänge mit Staunen über die entfaltete Pracht aus. Graf Eberhard war zwar keinesweges Verſchwender; aber heute hatte er nichts geſpart das Feſt zu verherr⸗ lichen. Die Wände aller Gemächer ſchmückten koſtbare gewirkte Tapeten, ja die des Hauptſaales waren mit Goldſtoffen gänzlich bedeckt. Nicht minder prangten die Tiſche, auf welchen ſich prächtige kleine Zelte mit den Fahnen Würtemberg's und Mantua's erhoben, die unter ihrer ſeidenen Hülle wahre Rieſenpaſteten bargen. Künſtlich bereitete Schiffe trugen eine Menge Braten, und ihnen zur Seite ſtanden in kleinen Booten die Bei⸗ gemüſe. Silberne und goldene Gefäße ſtrahlten in heller Pracht; kurz es war ein Anblick zum Entzücken. Da traten endlich Trompeter, Pfeifer und Pauker ein, gefolgt von Junkern, deren Kleidung von Gold und Perlen ſtrotz⸗ ten; ſie führten den erſten Gang, der aus vierzehn Ge⸗ richten beſtand. Der zweite zählte zwölf und der dritte zehn Gerichte, eine Unmaſſe köſtlicher Confitüren machte den Schluß; dabei liefen aus mehreren künſtlich angebrach⸗
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