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der Kirche. Der Jüngling wandte ſich daher etwas barſch an den Knieenden und ſprach:
„Für wahr, Vater, Ihr betet einen ſonderbaren Ro⸗ ſenkranz, da ihr ſo artige Verschen citirt.—“
„Ich bete für die Seele des Fräuleins von Luſte⸗ nau,“ entgegnete mit gleich hohler Stimme der Pater, und die Körner des Roſenkranzes glitten raſch durch ſeine dürren Finger.
„Das Fräulein ſcheint ſo ſanft und fromm, daß es ſchwerlich Eurer Fürbitte bedarf.“
„Niemand iſt gerecht vor Gott— Gegrüßet ſeieſt Du Maria...— Hochmuth iſt des Stolzen Fall— Du biſt voll der Gnade— Darum betet, damit Ihr nicht in Verſuchung fallet— Der Herr iſt mit Dir, Du biſt ge⸗ benedeiet unter den Weibern und gebenedeiet iſt.... und die nächſten Worte verloren ſich in dumpfem Gemurmel.
Adalbert wagte nicht mehr den Betenden zu un⸗ terbrechen, aber er vermochte auch nicht ſeine Neugierde zu bezähmen, und da er hoffen durfte, von dem Mönche einigen Aufſchluß über das Geheimniß zu erhalten, wel⸗ ches die Schöne von Luſtenau mit geiſterhaften Fäden umwob, wich er nicht von der Stelle und entſchloß ſich, abzuwarten bis der Pater ſeine Andacht vollendet.


