Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1849)
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Eine Viertelſtunde mochte lautlos entſchwunden ſein, als ſich der Mönch langſam erhob. Es war eine hagere, lange Geſtalt, das grobe, braune Gewand ſchloß enge an den Körper, der durch Faſten und Kaſteiungen faſt zu einem Gerippe ausgedürrt zu ſein ſchien. Die Züge des fleiſchloſen, eingefallenen Geſichtes waren ſtreng und finſter, und nur aus dem funkelnden Auge ſprach Leben, aber ſeine Strahlen waren unheimlich und ſchienen Alles durchbohren, das Verborgenſte ergründen zu wollen.

Ihr ſeid noch immer hier, junger Herr, ſprach der Mönch, ohne daß ſeine Worte Frage noch Vorwurf wurde,begehrt Ihr Etwas von mir?

Ehrwürdiger Vater, ſprach Montfort,ja! ich habe eine Bitte an Euch. Es ſcheint, daß Ihr mit der Fami⸗ lie der Luſtenauer und ihren Schickſalen bekannt ſeid; halte ich Euch nun nicht ab von frommen Werken, ſo würdet Ihr mich durch eine nähere Auskunft über Beides verpflichten.

Ihr ſeid Würtemb erger, wie Eure Sprache ver⸗ räth, und wollt die Geſchichte der Todten nicht kennen?

Frommer Mann, vergebt, ich bin ſeit Kurzem erſt heimgekehrt in die väterlichen Gauen...

Jüngling, wachet und betet, damit Ihr nicht in

Verſuchung fallet! rief faſt ängſtlich der Mönch, und, 2*