Teil eines Werkes 
3. Theil (1848)
Entstehung
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Das müde Haupt ruhte an der Seitenlehne, die dürren, kleinen Hände lagen zuſammengefalten in ihrem Schooße. So ſaß ſie da, regungslos, eine ſtille Himmelsbraut.

Kosciuszko aber ſtand an ihrer Seite— ſtarr, kalt, gefühllos. Wie Wahnſinn riſſen Gedanken durch ſein Gehirn, aber ſeinem Geiſte fehlte die Kraft ſie feſt zu bannen. Ein unend⸗ licher Schmerz, betäubte, zerknirſchte ihn, wie ein, auf ihm laſtender Erdball. Er fühlte nur den Druck, nicht den Schmerz Seine Augen waren trocken; in ſeinem Herzen aber ſtand nur das Bild ſeiner ſterbenden Louiſe. Furchtbar hatte ihn oft das Gewühl der Schlachten um⸗ braust; muthig ſah er und mit männlicher Kraft, dem Tod ins Auge— heute war er ein Kind. Er hätte ſich der Geliebten zu Füßen werfen und ſeine entſetzlichen Qualen ausweinen mögen. Er hatte keine Thränen dafür, und ſeine Glieder verſagten ihm den Dienſt. Er wollte beten— aber— er konnte nicht— die Gedanken ver⸗ ließen ihn, und er ſeufzte nur: Gott— Gott!

Aber in Louiſens Bruſt ruhte ein wunder⸗