bend, finden. Nachdem ſie ſo weit angekleidet, hatte ſich mein Vater entfernt, und wenige Mi⸗ nuten darauf trat ein hoher, finſterer, ſtolzer Mann ein. Seine Haare waren grau; ſeine Stirne lag in grauſen Falten, und ſeine Augen blitzten in einer düſteren Gluth.
Es war unſer Herr, der Marſchall So⸗ nowski; und jetzt erſt erfuhr ich, daß die Ge⸗ fangene niemand Anderes als ſeine Tochter Louiſe ſei, deren unglückliche Liebe zu Kos⸗ ciuszko Ihr ja Alle genugſam kennt.
Vater und Tochter ſtanden ſich ernſt und ſchweigend gegenüber. Der Marſchall zeigte et⸗ was Verachtendes, Wegwerfendes in ſeinen Zü⸗ gen und ſchien nur mit Gewalt das Aufflammen eines fürchterlichen Zornes zu unterdrücken; wo⸗ gegen Louiſens leidende Züge eine wunderbare Würde und Hoheit umſtrahlten. Ich ſtand betend und die Kügelchen meines Roſenkranzes rollten durch meine zitternden Finger. Da wies der Mar⸗ ſchall,— zu mir und der Alten gewendet,— gebie⸗ tend nach der Thüre, und wir verließen das Zim⸗ mer. Aber wir vermochten Beide nicht, unſere Neu⸗


