Teil eines Werkes 
3. Theil (1845)
Entstehung
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Vor Gott beugt ſich der Menſch in Demuth! entgegnete der Kaiſer.

Der Erzbiſchof wollte nun die Ohrenbeichte des Herrſchers abhören; aber Friedrich ſagte, ihn abwehrend:

Was Wir gefehlt und ſterbend hier bekennen, darf alle Welt erfahren: Wir haben ſtets das Gute nur gewollt; allein als Menſch, als ſchwacher Sterblicher bekennen Wir uns reuig zu den Mängeln, die an dem Staube haften. Wen Wir beleidigt oder gekränkt ſei es auch willenlos der möge Uns vergeben, wie Wir von Gottes Gnade Vergebung für unſre Irrthümer er⸗ flehen. Für Unſer Leben hatten Wir Uns ein gro⸗ ßes, ein erhabenes Ziel geſetzt. Haben Wirs auch nicht erreicht, ſo ſind Wir Uns des edlen Strebens doch bewußt. Eins aber fühlen Wir in dieſer feierlichen Stunde beſtimmt und klar dies irdiſche Leben iſt Unſres Daſeins Marke nicht hier ging in nebliget Tiefe die Sonne nur auf, die dort im Mit⸗ tag göttlich flammen wird. Ich glaub an Gott und ſeine ewige Liebe. Iſt dies ge⸗ nug?

Es iſts! und der Erzbiſchof nahm ihn mit dem Kuß der Liebe in den Schoos der Kirche unter Er⸗ theilung der Sacramente wieder auf.

B.