Der Leibarzt des Kaiſers war um die Perſon des Herrſchers beſchäftigt. Den Hintergrund des Zimmers füllten die Großwürdenträger des Reiches, inſofern ſie ſich eben bei dem Gefolge befanden.
Aber nicht allein Eudoria ſah mit leidenſchaft⸗ licher Angſt dem Erwachen des Kaiſers entgegen, da war— außer Ezelino— kein Geſicht, in deſſen Zügen ſich nicht die gleichen Gefühle deutlich aus⸗ geprägt hätten.
Wer beſchreibt daher die Freude der Umgebung, die Seligkeit des Mädchens, als Friedrich endlich die Augen wieder aufſchlug!
Es war, als erwache er aus einem tiefen Trau⸗ me, aus einem Traume, der ihm die Wonne des Paradieſes vorgeſpiegelt; es war, als habe er das Greuliche, welches ihn erſt vor kurzem berührt und ſeiner Sinne beraubt, vergeſſen.
Friedrich ſchlug die Augen langſam auf. Sein erſter Blick fiel auf die gegenüberliegende Wand, die ſo freundlich mit Blumengewinden zur Hoch⸗ zeitfeier geſchmückt war.
Eine feierliche, erwartungsvolle Stille herrſchte ringsumher; Aller Augen hingen mit athemloſer Spannung an den Zügen der Majeſtät.
Sie waren unendlich mild. Ein ſanftes Lächeln umſpielte den Mund.
Blumen? ſagte er nach einer kleinen Pauſe


