Aber je mächtiger, je tiefer eingreifend in die Welt und ihren Lauf ein Weſen daſtand, deſto ſchwerer wird es uns, an die Möglichkeit ſeines plötzlichen Zerfallens zu glauben.
So ging es auch der Umgebung des Kaiſers, ſo ging es vor Allen Eudoria.
Mit Todesangſt hielt ſie die ſtarre Hand des geliebten Vaters, unter Höllenqualen erwartete ſie das Zurückkehren ſeiner Lebensgeiſter. Ihr Denken, Fühlen, Wünſchen und Hoffen, ihr ganzes Sein war in dem einen Schmerzensſchrei zuſammenge⸗ preßt: Allmächtiger, gib mir meinen Vater wieder!
Hinter Eudoria ſtand Rudolph. In ſeinen Augen erglänzten Thränen. Thränen über den Kaiſer, deſſen Herz ein furchtbares Geſchick unter endloſen Qualen langſam zerbröckelte, Thränen über die ſchweren Leiden, die ſeine geliebte Eudoria erwarteten. 4
Aber der feuchten Augen ungeachtet thronte eine königliche Hoheit in ſeinen ſchönen Zügen und jener feierliche und doch milde Ernſt, mit welchem der Mann von Geiſt und Herz an das Sterbelager eines jeden Menſchen tritt.
Auf der linken Seite des Ohnmächtigen ſtan⸗ den zwei Figuren, verſchieden im Aeußeren wie im Inneren, wie Tag und Nacht. Es waren Ezelinv di Romano und der ehrwürdige Erzbiſchof von Palermo.


