Teil eines Werkes 
3. Theil (1845)
Entstehung
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Es ging bereits gegen Mittag des kommenden Tages, als der Kaſtellan der Burg in das Gemach trat, in welchem Vineis geblendet worden.

Der Unglückliche ſaß regungslos in einem

Winkel, die lichtloſen Augen verbunden, die Arme ſhuf herabhängend, den Kopf auf die Bruſt ge⸗ ſenkt.

Der alte Kaſtellan betrachtete ihn lange mit⸗ leidig, als wolle er ſagen: Iſt das der Lauf irdiſcher Größe? Geſtern noch der Nächſte dem Throne und heute ein Bild des grenzenloſeſten Jam⸗ mers!

Da ſielen ſeine Augen auf die Speiſen, die man dem Geblendeten zur Seite geſtellt, ſie ſchie⸗ nen noch unberührt.

Herr Kanzler, ſagte endlich mit weicher Stimme der Greis, überwältigt den gerechten Schmerz, kehrt zur Beſinnung zurück. Gott hat nun einmal dies Unglück über Euch verhängt, ertragt es mit männ⸗ licher Faſſung und Geduld.

Vineis blieb ſtumm.

Ihr habt noch keine Nahrung zu Euch genom⸗ men, armer Herr, fuhr nach einer Pauſe der Kaſtel⸗ lan mit milder Stimme fort.

Meine Nahrung iſt der Schmerz! entgegnete Vineis feierlich und langſam.

A Euern Schmerz wird die Zeit mildern.. 16**