Teil eines Werkes 
3. Theil (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

366

terlich, als er in der Zukunft zu werden drohte, indem ihn, wie oben bemerkt, der unerwartete, ent⸗ ſetzliche Schlag des Schickſals dermaßen betäubt, daß ſelbſt die Sinne ihre Dienſte faſt verſagten.

Ein ſtumpfes Brüten, eine ſtarre Gefühlloſig⸗ keit hatte ſich ſeiner bemächtigt. Er ſaß regungs⸗ los, die Hände matt herabhängend, die Augen ſtier, den Kopf auf die Bruſt geſenkt.

Da öffnete ſich die Thüre mit Geräuſch.

Vineis hörte nichts.

Vier Männer traten ein. Es waren Ezelino di Romano nebſt drei Gehülfen, von welchen zwei Fackeln trugen.

Vineis bemerkte ſie nicht.

Wohl ihm! denn nie ſtand ein ſchrecklicherer Henker ſeinem Opfer gegenüber.

Wie der König der Finſterniß ſtand Romano da. Das blutrothe Licht der Fackeln umzuckte ihn geſpenſtiſch und ſpiegelte ſich, bald aufſprühend, bald halb erlöſchend in ſeinem ſchwarzen Harniſche. Die Arme auf der Bruſt verſchränkt leuchtete teufliſche Siegesfrende aus ſeinen Zügen und miſchte ſich mit dem Ausdrucke des Hohnes und des Haſſes und einer hölliſchen Wolluſt.

Lange ſtand er ſo unbeweglich, den Zertretenen triumphirend in ſeiner Vernichtung betrachtend.

Vineis! rief er dann endlich voll bittern Spot⸗