ſeinen, oft zu unüberlegten Unternehmungen ent⸗ gegengeſtellt, oder auch den Stolz dieſes Fürſten gekränkt hatte, genug Ezelino haßte ihn. Er haßte ihn um ſo mehr, als er wußte, daß Vineis einſt dem Kaiſer geſagt: Ezelino di Romano denkt nicht mehr daran, wie früher die Macht des Kaiſers zu ſtützen. Er iſt dafür zu viel Egviſt und ſucht nur, unter dem Deckmantel einer erheuchelten Anhäng⸗ lichkeit an das Reichsoberhaupt, ſich eine eigene Hausmacht und Herrſchaft zu gründen.
Wäre nun Friedrich— dem indeſſen dieſe Stre⸗ bungen Ezelino's durchaus nicht entgangen— ein kleinerer Geiſt, ein ängſtlicher Tyrann geweſen, ſo hätte dieſe Aeußerung Ezelino den Kopf koſten, ihn wenigſtens verdächtigen und ſtürzen können. So traf Friedrich ſchweigend und unbemerkt ſeine Vor⸗ kehrungen und ließ Romano gewähren, weil er ſich bewußt war, ihn dennoch in Händen zu haben.
Aber Ezelino hatte dieſe Aeußerung dem Kanz⸗ ler keineswegs vergeſſen und jetzt war endlich die Stunde gekommen, ſich an dem in Ungnade Ge⸗ fallenen zu rächen.
Des Kaiſers Verurtheilung lautete dahin: er ſoll das Tageslicht nie wiederſehen, d. h. nach ei⸗ ner zu damaliger Zeit für ſchwere Verbrechen üb⸗ lichen Strafweiſe den Reſt ſeines Lebens in einem unterirdiſchen Kerker verſeufzen.
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