Judas abſandte nach ſeinem großen, herrlichen Meiſter.
Aber Gott, der dich der armen Menſchheit zum heiligen Schirmvogt gab, legte auch den Sieg in deinen Schvos.
Du ſchlägſt deine mächtigen Flügel mit zür⸗ nendem Erbarmen über den Kerkern der Unſchuld! Du ſitzeſt an der Urquelle der Thränen! Du be⸗ rühreſt mit heilendem Finger den Staar der Völker und trauerſt, ſinnend verhüllt, jetzt noch an den Trümmern, wo du einſt hienieden deinen höchſten Triumph gefeiert und Samen der Ewigkeit geſtreuet haſt! Das Reich der Finſterniß aber gegen dich ſich erhebend mit Liſt und Gewalt— bedeckt in tauſendjähriger Nacht dein heiliges Bild mit Wahn und Schmach, opfert der Hölle dunkle Greuel und ſtreut im Sturme Saaten des Todes— du aber biſt ewig und dein Sieg iſt bewahret in Gott!
Es war ſchon ſpat am Abend, als man in Siena eintraf. Das Unwohlſein des Kaiſers hatte ſich der⸗ maßen vermehrt, daß man ihm vom Pferde helfen mußte. Und kaum war man auf den für ihn be⸗ reit gehaltenen Zimmern angelangt, als ſich neue Uebel, in Folge der heftigen Gemüthsbewegung, vielleicht auch hinzugetretener Erkältung zeigten.
Petrus de Vineis, der den Kaiſer zu Siena
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