350 geiſtig lebend oder todt ſei, ob er zu den Seligen oder Unſeligen gehöre.
Das Menſchenleben iſt höher und tiefer, ſeli⸗ ger und unglückſeliger, als ein oberflächlicher An⸗ blick lehrt.
Aber Friedrichs Herz war jetzt gebrochen; das grauenhafte Unglück des geliebten Sohnes, der ſchändliche Verrath des alten Freundes hatten ihm den Todesſtoß verſetzt.
Der Schutzgeiſt der Menſchheit verhüllte trauernd ſein Antlitz.
Weine nur, du, der du einſt unverhüllet um die Wiege aller Menſchlichkeit in Hellas Feier⸗ hallen gewandelt“); der du mit blutigem Griffel der Zeiten Schmach auf die Tafeln der Geſchichte gräbſt, der du alle Bande der Natur und der Knechtſchaft endlich löſeſt, die Feuerflamme der Wahrheit an heiligem Altar nähreſt und die ge⸗ weihten Haine der Wiſſenſchaft und Kunſt pflegeſt! Weine nur, du, der du aus den Trümmern der Generationen die Blüten alles Göttlichen zur Nach⸗ welt trägſt, der du fernen Geſchlechtern der Völker Ruhm und Schande verkündeſt!— Weine nur, wenn das edelſte Herz bricht, getroffen von den giftigen Pfeilen des Verrathes, die die Hand eines
*) Hößli.


