Vorurtheile, gegen den Wahn ſeines Jahrhunderts beſtehen— auf die Schulter treuer Freunde ge⸗ ſtützt, dachte er der härteſten Schläge des Schick⸗ ſals zu ſpotten— der Unglückliche!— ihm ver⸗ ſprach dies Alles ſein redliches, edles Herz— er ſchloß von ſich auf Andere, und gerade Er ſollte durch die bitterſten Erfahrungen belehrt werden, daß Freundſchaft die ſeltenſte Perle im Schooſe des Lebens ſei.
Friedrichs großes Herz war für jene Liebe und Freundſchaft im Geiſte der Alten geſchaffen, die, wie die Schatten, mit der ſinkenden Sonne wachſen.
Den Stößen und Schlägen eines grimmen Schickſals von außen her erlag er nicht, als ihn aber alle die vielen Herzen, die er geſchätzt, auf die er vertraut, die er geliebt— verlaſſen und verrathen hatten, und ſo viele ſeiner Theuren im dunkeln Grabe ruhten, da brach er rettungslos zu⸗ ſammen und rief:
Die Meinigen ſind ſchlafen gegangen, das er⸗ leichtert auch mir das eigne Schlafengehen!
Was iſt das Tiefſte im Menſchen, was iſt die wahre Subſtanz ſeines Weſens? Es iſt das Herz, das Gemüth, das Gefühl, der Enthuſiasmus, die Liebe, es iſt die Seele. Hiervon hängt ſeine gei⸗ ſtige Geſundheit ab, hiervon hängt es ab, ob er


