Teil eines Werkes 
3. Theil (1845)
Entstehung
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Ich zitterte für meinen Herrn. Gern wäre ich zu ihm geeilt, ihn zu warnen und doch wagte ich dies nicht, ehe ich mich von der Schuld des Kanz⸗ lers völlig überzeugt.

Das war ſehr vernünftig! entgegnete hier der Arzt. Sicher hat man Euch damals, wol unvor⸗ ſätzlich, getäuſcht. Denn der Kanzler hat durch ſeine fernere Treue ſeitdem bewieſen, daß er es redlich mit dem Kaiſer meine. Noch iſt er ja ſein rechter Arm, man darf ſagen ſein einziger Freund!

Gott allein erforſcht die Herzen der Menſchen! rief David mit feierlichem Ernſte. Vineis mag be⸗ reut, auch vielleicht ſeine Rechnung nicht gefunden haben und darum zurückgetreten ſein— dies weiß ich nicht— aber ich weiß, daß er damals mit dem Cardinal über die Ueberliefe⸗ rung des Kaiſers an Romunterhandelt.

David hatte die letzten Worte mit einem ſol⸗ chen Ingrimm, mit einer ſolchen Beſtimmtheit und Heftigkeit ausgeſtoßen, ſein ganzes Weſen war da⸗ bei ſo erregt, daß der Arzt faſt fürchtete, man möge ihn doch richtig beſchieden haben. Auch hatte ja eine achtjährige Erfahrung Davids Behauptung ſo ſchlagend widerlegt, daß eben dieſe Anklage je⸗ dem Unbefangenen wie eine fire Idee vorkommen mußte.

Federbuſch mochte ſeines neuen Freundes Ge⸗