nicht den Stempel des Genies aufgedrückt. Wie kann er ſich ſonſt auf die Perſönlichkeiten, Eigen⸗ heiten, Leidenſchaften und Gewohnheiten der Men⸗ ſchen verſtehen. Er ſoll zugleich ein geiſtreicher und wo möglich witziger Mann ſein, der den Kummer mit ſeiner Laune wegſcheucht. Vor allen Dingen muß er aber Gemüth haben, um nicht im ſympa⸗ chetiſchen Kreiſe wie ein Marmorblock dazuſtehen.
Denn dadurch würde er als Menſch an Achtung
verlieren, ohne Achtung erweckt er aber kein Zu⸗ trauen und ohne Zutrauen kann er auf keine Weiſe zu ſeinem Zweck gelangen.
Ich bin Euch, lieber Freund, nun freilich erſt zu kurz bekannt, um gerechte Anſprüche auf Eure Achtung und Euer Zutrauen machen zu können. Demnach muß ich mir dies erſt erringen, was mir auch, wie ich hoffe, gelingen wird.
In Eure Seele habe ich indeſſen ſchon Blicke geworfen. Sie iſt leidend, ſehr leidend; aber ihr Uebel iſt keine Folge einer körperlichen Indispoſi⸗ tion, ſondern ſchwere Leiden, erlittenes Unrecht ſcheinen ſie tief und ſchwer gebeugt zu haben.
Wie ich aber bei einem körperlich Leidenden nach der Urſache forſchen muß, die zu dem Aus⸗ bruch ſeines Uebels Veranlaſſung gab, ſo muß ich dies bei ſeeliſchen Krankheiten auch.
Schenkt mir daher Euer Vertrauen und macht
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