Teil eines Werkes 
3. Theil (1845)
Entstehung
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bei den genauſten Beobachtungen, welche er die letzten Tage mit ihm angeſtellt, ſo gar keine Spu⸗ ren von Verrücktheit bei ihm entdeckt und endlich, der Moment mußte entſcheiden, er mußte erfahren, woran er ſei; und ſchien hier nicht eine Schandthat verübt worden zu ſein, zu deren Enthüllung er mit beitragen, durch deren Entdeckung er vielleicht den Unglücklichen aus ſeiner entſetzlichen Lage ret⸗ ten konnte?

Er war entſchloſſen.

Mein Freund, ſagte er daher nach längerem Stillſchweigen, die Hand vertraulich auf Davids Kniee legend, der iſt ein ſchlechter Arzt, der ſeine Patienten nur mit Mirturen und Pillen kuriren will, keine Notiz von dem Seelenzuſtande deſſelben nimmt und nur dem Verlauf der körperlichen Krank⸗ heit beobachtend verfolgt. Dem guten Arzte, der die Uebel mit der Wurzel ausrotten will, liegen noch ganz andere Dinge ob. Er muß die ganze Natur des Kranken, ſein Körperliches und Seeliſches ſtudiren. Er muß, ſo zu ſagen, Künſtler ſein und wie in die Tiefen der Menſchheit überhaupt, ſo in die Tiefen des Individuums, welches er behandelt, hinabſteigen. Dies iſt das Beſte, das Höchſte in ſeinem Fache, das ſich nun freilich nicht mechaniſch erlernen läßt.

Darum ſollte Niemand Arzt werden, dem Gott