Teil eines Werkes 
3. Theil (1845)
Entstehung
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das unverhoffte Wiederſehen ihres Pflegevaters ließ David glücklicherweiſe keine Zeit, ſeinen Ge⸗ danken nachzuhängen.

Mit welcher kindlichen Sorgfalt erkundigte ſich das Mädchen nach der Urſache, die David längere Zeit als gewöhnlich von ſeinem Beſuche abgehalten; wie ſchaute ſie ihm mit holder Aengſt⸗ lichkeit in die Augen, als wolle ſie aus dieſem Spiegel der Seele leſen, ob Kummer, ob Krankheit ihn beuge, und wie glücklich, wie kindlich ausgelaſ⸗ ſen war ſie, als ſie erfuhr, daß David nichts, gar nichts fehle, daß er ſich bei ihr ganz wohlbefinde.

Leichtfüßig, wie die ſchlanke Gazelle, ſprang ſie nun hin und breitete einen Teppich auf den Tiſch und holte Früchte und Wein herbei, den Beſuch zu erfriſchen, und Niemand durfte ihr dabei helfen, denn ſie hatte ſich caprieirt, den lieben Pflegevater allein zu bedienen.

Und als ſich nun David geſtärkt, ſetzte ſie ſich zu ſeinen Füßen nieder und er mußte ihr erzählen von ihrer ſeligen Mutter, die, wie ſie, Eudoria ge⸗ heißen, und ſo bildſchön und ſo lieb und gut gewe⸗ ſen; und von ihrem Vater, der noch lebe und als ein Held kämpfe auf dem Felde der Ehre, und an Weisheit und Tugend, an Ehre und Herzensgüte alle Männer überſtrale; von ihrem Vater, den ſie, ohne ihn je geſehen zu haben, unausſprechlich liebte,