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Mädchens, der ſo durchſichtig und zart war, daß die kleinen blauen Aederchen zauberiſch durchſchim⸗ merten. Dazu der Wangen leiſe angehauchtes Roth, jetzt noch durch den Schlummer erhöht, und den kleinen, zierlichen Fuß und den edlen Ausdruck der Züge, der mit der holdeſten Lieblichkeit einen herviſchen Stolz zu einen ſchien.
Wahrlich, die kühnſte Phantaſie eines Malers hätte kein vollendeteres Bild auf die Leinwand zaubern, kein Dichter ſich ein höheres Ideal er⸗ denken können.
Und dabei die Friſche der Jugend und die Reize und der Zauber der Unſchuld und Kindlich⸗ keit! und die feenhafte Umgebung, und das magi⸗ ſche Halblicht, in welches die geſchloſſenen Jalvu⸗ ſien das ganze Bild ſetzten!
Davids Herz hätte zerſpringen mögen. Ver⸗ geſſen waren alle Leiden ſeines langen, vielgeprüf⸗ ten Lebens; vergeſſen die Schmerzen, die ſeine Seele in ſo manch bangen Stunden zerriſſen; vergeſſen die Qualen einer achtjährigen, grauſamen Gefan⸗ genſchaft; ausgelöſcht aus dem Gedächtniſſe die bittern Gefühle unverdienter Schmach, gekränkter und verkannter Liebe; vernichtet die Seufzer des Todes, beſchwichtigt jedwede Sehnſucht.
Rief nicht das Bild dieſes ſchlummernden En⸗ gels einen theuern Schatten aus dem Reiche des


