geſtellt, wie Licht, ſein Leben, über allen empfind⸗ baren Stoffen.
Leis angeſtralt, dämmrig liegt der Empfindung Ocean unter ihm, unbeſtimmtes, wandelbares F For⸗ menſpiel kräuſelt auf der Fläche.
Aber nicht immer hält Liebeshauch die gewal⸗ tigen Wogen ſchmeichelnd zurück.
Das gebundene mächtige Leben zerreißt bis⸗ weilen ſein Wiegenband, in Stürmen brauſet und wirbelt es aus der müßigen Ruhe hervor und Un⸗ gemeines erzeugt ſeine gefürchtete Macht.
Denn wie der forſchende Geiſt durch das zarte Augennetz den Thau der Weisheit einſaugt, beob⸗ achtend die äußeren Erſcheinungen der planetari⸗
ſchen Natur, ſo dringen die Töne mächtig durch die Doppelpforten der Ohren zu dem Herzen.
Unter den reinen Sinnesempfindungen ſind die des Gehörs die gewaltigſten. Sie fallen ge⸗ rade auf das Herz und durchdringen unaufhaltſam
der Empfindungen innerſten Kern. Sie haben Kor⸗ ſarenſtärke und Korſarenglück; was ſie anfallen, iſt ihre Beute; ja ſchon ihre Annäherung ent⸗ waffnet den Willen des Widerſtandes und erwirkt unbedingte Ergebung; denn zwiſchen dem Gehör und dem Herzen iſt ein ſo un⸗ mittelbarer inniger und heiliger Bund, als zwiſchen dem Auge und dem Verſtand. Darum ſind die


